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Lange und kurze Selbstlaute

Wann schreibt man „Boot“ mit oo – und warum hat „Mutter“ kein h?

Die Länge eines Vokals ist im Deutschen nicht immer eindeutig an der Schreibweise zu erkennen. Sie beeinflusst jedoch, wie ein Wort geschrieben wird. Es gibt mehrere Möglichkeiten, einen langen Vokal zu schreiben – und auch typische Signale, die einen kurzen Vokal anzeigen.

Kurze und lange Vokale erkennen

Lang ausgesprochen wird ein Vokal häufig in diesen Fällen: wenn nach ihm nur ein einzelner Konsonant folgt (malen, Robe, Blume, lesen); wenn ein Doppelvokal (aa, ee, oo) steht (Haar, Meer, Boot); wenn ein Dehnungs-h folgt (Stuhl, nehmen, kühl); wenn ie steht (Liebe, fliegen, Ziel); oder wenn nach dem Vokal ein ß steht (Fuß, groß, weiß).

Kurz ausgesprochen wird ein Vokal häufig, wenn danach zwei oder mehr Konsonanten folgen oder wenn der folgende Konsonant verdoppelt wird: kommen, sitzen, Heft, schwimmen, Korb, Torte, dort. Auch feste Konsonantenverbindungen wie ch oder sch können nach kurzem Vokal stehen: kochen, Tasche. Achtung: Es gibt Ausnahmen in beide Richtungen – Obst, Mond, Krebs haben einen langen Vokal trotz mehrerer Konsonanten; hat, mit, weg, fit haben einen kurzen Vokal trotz nur eines Konsonanten.

Vier Wege, einen langen Vokal zu schreiben

1. Einfacher Vokal vor einzelnem Konsonant – ein häufiger Fall: malen, sagen, Rede, Oper, Ufer. Hier zeigt die Silbenstruktur oft die Länge an.

2. Doppelvokal (aa, ee, oo) – nur bei einer kleinen, festen Gruppe von Wörtern, die auswendig gelernt werden müssen: der Saal, der Aal, das Paar, das Haar; der See, das Meer, leer, der Schnee; das Boot, das Moor, der Zoo. Achtung: uu wird in Fremdwörtern wie Vakuum, Individuum getrennt ausgesprochen.

3. Dehnungs-h – steht nach dem Vokal, wird selbst nicht gesprochen und zeigt oft einen langen Vokal an. Typisch ist es vor l, m, n, r: fahren, lahm, Zahl, mehr, Höhle, Stuhl, kühl, wohl. Das Dehnungs-h bleibt im Wortstamm erhalten: kehren → er kehrt; rühmen → weltberühmt.

4. ie – das stille e nach i zeigt langes i an: vier, Biene, Liebe, fliegen, Ziel, hier. In starken Verben erscheint ie auch in Konjugationsformen: fallen → fiel; sehen → du siehst; stehlen → du stiehlst. Mit zusätzlichem h schreibt man einige Formen mit ieh: ziehen, fliehen, Vieh, du siehst.

Stummes h (Dehnungs-h) im Detail

Das stumme h trennt keine Silben und wird nicht gesprochen – es gehört zur selben Silbe wie der Vokal davor: fah-ren (nicht fa-hren). Es steht besonders häufig nach langem Vokal vor den Konsonanten l, m, n, r: lahm, kühl, Zahl, Mohn, mehr. Es gibt aber viele Wörter mit langem Vokal ohne Dehnungs-h, zum Beispiel Tal, Ton, Öl, Name, Kran, Spur, Qual. Einige Wörter mit h musst du leider einfach auswendig lernen: Stuhl, Stahl, Schuh, Pfahl, spähen.

Silbentrennendes h

Das silbentrennende h steht zwischen zwei Vokalen und markiert eine Silbengrenze: se-hen, Nä-he, flie-hen. Es wird meistens nicht deutlich gesprochen, hilft aber beim Lesen und bei der Wortfamilie. Es bleibt in verwandten Formen erhalten: sehen → gesehen; fliehen → geflohen. Nach au, äu, eu steht normalerweise kein silbentrennendes h: Bauer, schauen, Grauen. Nach ei und ie ist es möglich: ziehen, Geweih, leihen, Reihe, aber nicht Eier. Der Plural hilft manchmal bei der Prüfung: die Kuh → die Kühe; der Schuh → die Schuhe.

Das lange i: i, ie, ieh oder ih?

Langes i wird meist als ie geschrieben: vier, Biene, Liebe, fliegen. Mit silbentrennendem h schreibt man einige Wörter und Formen mit ieh: ziehen, fliehen, Vieh, du siehst. Die Schreibung ih ist reserviert für bestimmte Fürwörter: ihr, ihm, ihnen, ihres. Einfaches i steht bei kurzem i (immer, Stimme, bitten) und in vielen Fremdwörtern, auch wenn es lang klingt: Lawine, Maschine, Virus, aktiv, massiv. Verben aus Fremdsprachen enden oft auf -ieren: aktivieren, probieren. Fremdwörter haben häufig Endungen auf -ie, -ee oder -ier: Biologie, Armee, Tournee, Klavier, Papier.

k oder ck?

ck schreibt man nach einem kurzen Vokal oder Umlaut: gucken, Decke, Gebäck, Glück, Stück, drücken. k schreibt man nach langem Vokal oder Umlaut (Haken, häkeln), nach einem Konsonanten (lenken, merken), nach einem Diphthong (Klamauk) und am Wortanfang: Kuchen → Honigkuchen.

z oder tz?

tz steht nach einem kurzen Vokal: plötzlich, glitzern, Katze, Sitz, Hitze. z steht am Wortanfang (Zucker, zehn), nach langem Vokal (siezen, duzen), nach den Konsonanten l, n, r (Walze, tanzen, Kerze) und nach Diphthongen (Kreuzung, Schnauze). In Fremdwörtern schreibt man oft z: Dezember, Polizei. In einigen Fremdwörtern steht zz: Pizza, Razzia, Jazz.


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