Application icon

Wortarten

Wortarten

Jedes deutsche Wort gehört einer Wortart an. Die Wortart bestimmt, wie ein Wort im Satz verwendet wird, wie es gebeugt wird und welche grammatischen Kategorien auf es zutreffen. Diese Kategorie gibt einen systematischen Überblick über alle wichtigen Wortarten.

Artikel (Begleiter)

Artikel begleiten Substantive und zeigen Genus, Kasus und Numerus an. Bestimmte Artikel (der, die, das, die) stehen bei bekannten, einmaligen oder bereits genannten Dingen: Der Prinz lebte in einem Schloss. Unbestimmte Artikel (ein, eine, ein) stehen bei unbekannten oder erstmals genannten Dingen: Es war einmal ein Prinz. Im Plural gibt es keinen unbestimmten Artikel. Der bestimmte Artikel dient auch zur Superlativbildung (den klügsten Menschen) und bei Datumsangaben (der zwölfte Dezember).

Substantive (Nomen)

Substantive bezeichnen Personen, Tiere, Sachen, Eigenschaften oder Handlungen. Sie werden immer großgeschrieben und haben drei grammatische Kategorien: Genus (maskulin: der Mann; feminin: die Frau; neutrum: das Kind), Kasus (Nominativ, Genitiv, Dativ, Akkusativ) und Numerus (Singular / Plural). Typische Endungen sind -ung, -heit, -keit, -nis, -schaft, -tum. Konkrete Substantive bezeichnen sinnlich Wahrnehmbares (Tisch, Katze); abstrakte Substantive stehen für Ideen, Zustände, Gefühle (Freiheit, Glück, Liebe).

Pluralbildung erfolgt nach mehreren Mustern: Endung -e (Hund → Hunde), -er (Kind → Kinder), -n/-en (Lehrerin → Lehrerinnen), -s (Auto → Autos), keine Endung (Lehrer → Lehrer), mit Umlaut (Apfel → Äpfel, Dorf → Dörfer), bei -nis oft -se (Geheimnis → Geheimnisse). Einige Substantive haben keinen Plural (Wasser, Milch, Glück).

Adjektive und ihre Steigerung

Adjektive beschreiben Substantive und können gesteigert werden: Positiv (Grundform: groß), Komparativ (Vergleich: größer, Endung -er), Superlativ (am größten, Endung -sten). Viele Adjektive bilden Umlaut im Komparativ und Superlativ.

Unregelmäßige Formen sind:

  • gut – besser – am besten;
  • viel – mehr – am meisten
  • nah – näher – am nächsten
  • hoch – höher – am höchsten
  • .

Als Adverb beschreibt ein Wort das Verb (Er spricht deutlich), als Adjektiv das Substantiv (eine klare Regel).

Pronomen (Fürwörter)

Pronomen vertreten oder begleiten Substantive und sind deklinierbar.

  • Personalpronomen bezeichnen Personen (ich, du, er, sie, es, wir, ihr, sie)
  • Possessivpronomen zeigen Besitz (mein, dein, sein, ihr, unser, euer)
  • Demonstrativpronomen deuten auf etwas hin (der, die, das, derselbe, dasselbe, der gleiche)
  • Relativpronomen leiten Relativsätze ein (der, die, das, welcher)
  • Reflexivpronomen beziehen sich auf das Subjekt (mich/mir, dich/dir, sich, uns, euch)
  • Interrogativpronomen bilden W-Fragen (wer, was, welcher, wessen)
  • Indefinitpronomen weisen auf Unbestimmtes (man, jemand, niemand, etwas, alles, jeder)
  • Reziprokpronomen drücken Gegenseitigkeit aus (einander, miteinander, füreinander)
  • Präpositionaladverbien (da-/wo-) ersetzen Präposition + Sache: darauf, damit, woran, womit

Numeralia (Zahlwörter)

Numeralia bezeichnen eine Zahl oder Menge und werden in vier Gruppen unterteilt: Kardinalzahlen (eins, zwei, drei), Ordinalzahlen (erste, zweite, dritte), Bruchzahlen (ein Halb, ein Drittel) und Multiplikationswörter (einmal, zweifach, dreifach). Einige Numeralia sind deklinierbar.

Adverbien (Umstandswörter)

Adverbien sind nicht deklinierbar und modifizieren Verben, Adjektive oder den ganzen Satz. Nach ihrer Bedeutung unterscheidet man:

  • Lokaladverbien (Wo? Wohin? Woher? → hier, dort, oben, drinnen)
  • Temporaladverbien (Wann? Wie lange? → heute, gestern, bald, oft, nie)
  • Modaladverbien (Wie? → schnell, gern, anders, so)
  • Kausaladverbien (Warum? Folge? → deshalb, deswegen, darum, daher)

Verben

Verben drücken Handlungen, Zustände und Vorgänge.

Grammatische Kategorien des Verbs

Jede finite Verbform trägt Informationen über Person (1./2./3.), Numerus (Singular / Plural), Tempus (Zeitform), Modus (Indikativ / Konjunktiv / Imperativ) und Genus verbi (Aktiv / Passiv). Beispiel:
ich komme = 1. Person, Singular, Präsens, Indikativ, Aktiv
es wurde gelesen = 3. Person, Singular, Präteritum, Indikativ, Vorgangspassiv

Präpositionen (Verhältniswörter)

Präpositionen sind nicht deklinierbar und stehen immer mit einem Bezugswort. Sie regieren einen bestimmten Kasus: Akkusativ (durch, für, gegen, ohne, um), Dativ (aus, bei, mit, nach, seit, von, zu, gegenüber), Genitiv (wegen, trotz, während, aufgrund), Akkusativ oder Dativ je nach Bedeutung (in, an, auf, über, unter, vor, hinter, neben, zwischen). Häufig verschmelzen Präposition und Artikel: im (in dem), ins (in das), am (an dem), beim (bei dem), vom (von dem), zum (zu dem), zur (zu der). Steht ein Wort am Satzende ohne Bezugswort, ist es meist eine Verbpartikel, keine Präposition: Ich stehe um 8 auf (aufstehen).

Konjunktionen (Bindewörter) und Interjektionen

Konjunktionen verbinden Wörter, Wortgruppen oder Sätze. Nebenordnende Konjunktionen verbinden gleichrangige Teile (und, oder, aber, sondern, denn). Unterordnende Konjunktionen leiten Nebensätze ein (weil, dass, ob, wenn, als, obwohl). Interjektionen sind Ausrufe und Empfindungslaute, die nicht zur Satzstruktur gehören (hallo, ach, oh, miau, autsch) – sie werden durch Komma oder Ausrufezeichen abgetrennt.


Download on Google Play   Download on App Store  
Download on Google Play   Download on App Store