Deutsche Rechtschreibung

Zeichensetzung

expand learning text

Zeichensetzung (.,?,!)

Im Deutschen werden fünf Satzarten unterschieden:

Aussagesatz (.)

Sätze, die eine Information übermitteln. Das finite Verb steht an zweiter Stelle und die Intonation ist fallend. Am Ende des Satzes wird ein Punkt (.) geschrieben.

Lena spielt jeden Tag Tennis. Heute bleibe ich zu Hause. Ich kam um fünf Uhr.

Fragesatz (?)

Sätze, die eine Frage formulieren, auf die eine Antwort erwartet wird. Am Ende des Satzes wird ein Fragezeichen (?) geschrieben. So ist es auch wichtig, dass das Fragewort oder das Hilfsverb am Anfang des Satzes stehen.

Warum kommt er nicht zu uns?

Hast du heute Zeit?

Aufforderungssatz (!)

Sätze, die eine Aufforderung, einen Befehl oder eine Bitte äußern. Das finite Verb (in der Befehlsform/Imperativ) steht an erster Stelle. Am Ende des Satzes wird meistens ein Ausrufezeichen (!) geschrieben.

Komm schon! Fahren Sie langsamer! Biegen Sie ab! Mach schon!

Wunschsatz (!)

Sätze, die einen Wunsch äußern. Das finite Verb steht an erster oder zweiter Stelle und die Intonation ist fallend. Am Ende des Satzes wird ein Ausrufezeichen (!) geschrieben. Das Verb sollte dabei im Konjunktiv II stehen.

Wenn er mich doch lieben würde! Käme er bald! Wenn es doch Nachmittag wäre!

Ausrufesatz (!)

Sätze, die Bewunderung oder Verwunderung äußern. Das finite Verb steht an erster oder zweiter Stelle und die Intonation ist fallend. Am Ende des Satzes wird ein Ausrufezeichen (!) geschrieben.

So spät ist es schon! Bist du aber schön! Wie klug du bist!



Bestimmen Sie die Satzart!

expand learning text

Satzarten

Es werden fünf Satzarten unterschieden:

Aussagesatz

Die Sätze, die eine Information übermitteln. Am Ende des Satzes wird einen Punkt geschrieben. Das finite Verb steht an zweiter Stelle und die Intonation ist fallend.

Lena spielt jeden Tag Tennis. Heute bleibe ich zu Hause. Ich komme um fünf Uhr.

Fragesatz

Die Sätze, die eine Frage formulieren, es wird eine Antwort erwartet. Am Ende des Satzes wird ein Fragezeichen geschrieben. Es werden zwei Typen der Fragesätzen unterschieden:

Entscheidungsfrage - Antwort auf diese Frage ist: ja, nein, (doch), Modaladverbien (sicher, bestimmt, vielleicht, möglicherweise ...). Das finite Verb steht an erster Stelle und Intonation ist steigend:

  • Positive Frage - Antwort: ja / nein / Modaladverbien
  • Hast du heute Zeit? Ja. / Nein. / Sicher

  • Negative Frage - Antwort: doch / nein
  • Hast du heute keine Zeit? Doch! / Nein.

  • Vergewisserungsfrage - Es wird Zustimmung erwartet.
  • Du hast doch wohl die Wäsche aufgehängt? Du wirst doch wohl nicht meine alte Jacke weggeworfen haben?

Ergänzungsfrage ist eine Frage, die eine konkrete Information ergänzt. Das finite Verb steht an zweiter Stelle und die Intonation ist fallend. An erster Stelle steht ein Fragewort.

Fragewörter: Fragepronomen (wer, wen, welcher ...), Präpositionaladverbien (woran, wozu, wofür ...), Frageadverbien (wo, wann, warum ...)

Wann hast du Zeit? Warum kommt er nicht zu uns? Welches T-Shirt willst du kaufen?

Aufforderungssatz

Die Sätze, die eine Aufforderung, einen Befehl oder eine Bitte äußern. Am Ende des Satzes wird meistens ein Ausrufezeichen geschrieben. Das finite Verb (in der Befehlsform/Imperativ) steht an erster Stelle und die Intonation ist fallend.

Komm schon! Fahren Sie langsamer! Biegen Sie ab! Mach schon!

Wunschsatz

Die Sätze, die einen Wunsch äußern. Am Ende des Satzes wird ein Ausrufezeichen geschrieben. Das finite Verb steht auf der ersten oder zweiten Stelle und die Intonation ist fallend. Das Verb sollte dabei im Konjunktiv II stehen.

An erster Stelle kann wenn stehen.

Wenn er mich doch lieben würde! Käme er bald! Wenn es doch Nachmittag wäre!

Ausrufesatz

Die Sätze, die die Bewunderung oder Verwunderung äußern. Am Ende des Satzes wird ein Ausrufezeichen geschrieben. Das finite Verb steht an erster oder zweiter Stelle und die Intonation ist fallend, die Bewunderung ist betont.

Es ist aber spät! Du bist aber klug!



Einfacher Satz oder zusammengesetzter Satz?

expand learning text

Einfacher Satz

Ein einfacher Satz hat nur ein konjugiertes Verb (Prädikat) und seine Ergänzungen.

Sie wohnt in Berlin. Er heißt Peter. Luisa kocht Abendessen. Ich muss mich bei Ihnen bedanken.

Zusammengesetzter Satz

Ein zusammengesetzter Satz besteht aus zwei oder mehreren Teilsätzen (Haupt- und Nebensätzen). Man unterscheidet:

  • Eine Satzreihe (auch Parataxe genannt) besteht aus zwei oder mehreren gleichwertigen selbstständigen Hauptsätzen (die Anzahl der Nebensätze spielt keine Rolle), z.B. Die Mutter kocht Suppe und der Sohn hilft ihr.
  • Ein Satzgefüge (auch Hypotaxe genannt) wird aus einem Hauptsatz und einem oder mehreren Nebensätzen gebildet. Z. B. Ich lerne Mathe, damit ich gute Noten bekomme.

Zusammengezogener Satz

Der zusammengezogene Satz besteht aus mindestens zwei Teilsätzen, in denen gewisse Satzglieder eingespart und vom anderen Teilsatz übernommen werden.

Sie ist krank und geht nicht in die Schule. (das Subjekt Sie wird geteilt von beiden Teilsätzen.)

Satzfragment (Ellipse)

Ein Satzfragment ist ein unvollständiger Satz ohne ein konjugiertes Verb.

Guten Morgen! Zu kompliziert für mich. Ich und du. Nicht springen!



Nebensätze: Adverbialsätze (Konjunktionalsätze)

expand learning text

Adverbialsätze

Ein Adverbialsatz ist eine umgeformte adverbiale Bestimmung.

Weil ich erkältet bin, kann ich nicht Ski fahren.

Warum kann ich nicht Ski fahren? Wegen der Erkältung kann ich nicht Ski fahren. ⇒ Kausalsatz.

Adverbialsätze trennt man mit einem Komma. Es gibt viele Arten von Adverbialsätzen:


Konditionalsätze geben eine Bedingung an (Wann, Unter welcher Bedingung?)

Wenn das Wetter gut ist, gehen wir im Park spazieren.

Konjunktionen: falls, sofern, wenn


Kausalsätze geben einen Grund/eine Ursache an (Warum?; Wieso?; Aus welchem Grund? ...).

Er blickt immer wieder auf sein Handy, weil er nichts verpassen will.

Konjunktionen: weil, da


Temporalsätze geben Informationen über den Beginn, das Ende und die Dauer einer Handlung.

Seitdem mein Vater pensioniert ist, schläft er viel.

Konjunktionen: als, nachdem, während, seitdem, bis ...


Lokalsätze machen eine Ortsangabe (Wo? Wohin? Woher?).

Es ist nicht entschieden, wohin wir gehen werden.

Einleitewörter: wo, wohin, woher.


Modalsätze geben Auskunft über die Art und Weise (Wie? Wodurch? Auf welche Art/Weise?).
Man kann hier keinen Schritt machen, ohne dass es jemand merkt.

Konjunktionen: indem, dadurch ... dass, (ohne) dass, als ob ...



Finalsätze drücken eine Absicht, einen Zweck oder ein Ziel aus.

Wir rufen ihn an, damit er keine Angst hat.

Konjunktionen: damit, dass, auf dass


Konsekutivsätze (Folgesätze) drücken eine Folge aus, die sich aus einer vorangegangenen Handlung ergibt.

Leider konnte ich Sie telefonisch nicht erreichen, so dass ich Ihnen diese E-Mail schreibe.

Konjunktionen: dass, so dass, ohne dass.



Konzessivsätze geben eine Einschränkung/einen Gegengrund oder eine Einräumung an. Der Hauptsatz ist hier eine Folge, die nicht logisch ist.

Er zahlt keine Steuern, obwohl er arbeitet.

Konjunktionen: obwohl, obgleich, wenngleich, obschon ...


Adversativsätze (Gegenüberstellungen) drücken einen Kontrast zum Hauptsatz aus.

Während sie zu Fuß geht, fährt ihre Schwester mit dem Bus.

Konjunktionen: wo(hin)gegen, während, anstatt (dass)


Komparativsatz (Vergleichsatz) drückt einen Vergleich zu dem Hauptsatz aus.

Je länger ich warte, desto weniger Zeit habe ich.

Konjunktionen: wie, als (ob), je ...desto



   
   

Copyright © 2017 - 2020 Eductify