Das Fugen-s
In vielen Komposita wird ein sogenanntes Fugen-s eingefügt, um die Verbindung zwischen den Wortbestandteilen flüssiger und verständlicher zu machen. Die Verwendung des Fugen-s ist jedoch nicht eindeutig geregelt. In vielen Fällen muss man sich die Schreibweise merken.
Wann wird das Fugen-s verwendet?
Es wird häufig bei Zusammensetzungen benutzt, bei denen der erste Bestandteil (Bestimmungswort) auf -heit, -keit, -schaft, -ung, -ing, -ling, -tät, -tum oder -ion endet.
Beispiele: die Regierung → das Regierungsgebäude, die Bildung → das Bildungssystem
Es wird auch bei Zusammensetzungen verwendet, die einen substantivierten Infinitiv als Bestimmungswort haben (er endet immer auf -en).
Beispiele: das Leben → das Lebensmittel, der Lebenslauf, lebensfroh
Ebenso bei Zusammensetzungen, die aus mehr als zwei Wörtern bestehen oder bei denen das Bestimmungswort mehrsilbig ist, nutzt man oft ein Fugen-s.
Beispiel: das Anfangsdatum
Doch auch hier gibt es viele Ausnahmen, z. B. der Arbeitsplatz, aber der Arbeitgeber.
Wann wird das Fugen-s nicht verwendet?
Ein Fugen-s benutzt man meist nicht, wenn der erste Bestandteil der Zusammensetzung weiblich ist und nicht auf die Endungen -ion, -tät, -heit, -keit, -schaft, -sicht oder -ung endet.
Beispiele: die Weltkugel (die Welt + die Kugel), der Nachtzug (die Nacht + der Zug)
Ausnahmen von dieser Regel sind Komposita mit den Wörtern Armut (die Armutsgrenze), Hilfe (die Hilfskraft), Weihnacht (die Weihnachtszeit), Geschichte (der Geschichtsunterricht) und Liebe (der Liebesbrief).
Ein Fugen-s benutzt man auch nicht in Komposita, bei denen das Bestimmungswort auf -ss, -sch, -ß, -z, -tz oder -st endet.
Beispiele: die Herzwärme, der Postbote, die Schlosskirche, die Grußkarte
Auch bei einsilbigen Bestimmungswörtern benutzt man das Fugen-s im Kompositum meistens nicht, z. B. der Zeitraum, die Hauskatze.
Komposita mit dem Grundwort Steuer haben niemals ein Fugen-s, z. B. die Vermögensteuer, die Einkommensteuer, die Mehrwertsteuer.
Bei Zusammensetzungen mit dem Wort Straße als Grundwort sind beide Formen möglich, also mit oder ohne Fugen-s: die Hof(s)straße.

